Personalvermittlungs- und Personalüberlassungsdienste (die beiden Begriffe sind synonym) werden von externen Agenturen angeboten, die die offenen Stellen ihrer Partner mit qualifizierten Fachkräften „besetzen“ bzw. ausfüllen. Diese Fachkräfte stehen bei der Agentur unter Vertrag, arbeiten jedoch im Auftrag des Endkunden gegen eine stündliche, tägliche oder monatliche Gebühr, die an die Agentur gezahlt wird. Die von der Personalvermittlungsagentur berechnete Gebühr setzt sich aus dem Gehalt und den damit verbundenen Kosten sowie einer Marge zusammen.
Unternehmen greifen in der Regel auf Personalvermittlungs- oder Zeitarbeitsagenturen zurück, wenn es um Stellen und Projekte geht, die mehr Flexibilität erfordern, als dies bei der Einstellung von Vollzeitkräften mit unbefristeten Arbeitsverträgen möglich ist.
Personalvermittlungsagenturen sind häufig auf eine bestimmte Branche spezialisiert, z. B. IT oder das Gastgewerbe. Diejenigen, die sich auf die Besetzung kurzfristiger Stellen konzentrieren, werden manchmal auch als Zeitarbeitsfirmen bezeichnet. „Outstaffing“ ist ein weiterer Begriff für diese Dienstleistung, der – so lässt sich argumentieren – die Einbindung eines externen Dienstleisters deutlicher zum Ausdruck bringt.
*Bitte beachten Sie, dass sich der Begriff „Staffing“ auch auf eine Form von Mobbing am Arbeitsplatz beziehen kann, bei der Mitarbeiter als Gruppe oder „Mob“ eine Person in einer höheren Position als sie selbst ungerechtfertigt ins Visier nehmen oder schikanieren. Dies ist jedoch nicht die Bedeutung des Begriffs, um die es hier geht.
Personalvermittlung vs. Personalbeschaffung – worin besteht der Unterschied?
Ein Personalvermittlungs- bzw. Personalüberlassungsdienst unterscheidet sich von einem reinen Personalvermittlungsdienst dadurch, dass die Personen bei dem Drittanbieter unter Vertrag stehen und von diesem bezahlt werden und nicht von dem Endkunden, der die Aufgaben vergibt. Personalvermittler suchen und präsentieren Kandidaten, die für Stellen geeignet sind, für die ihr Endkunde einen festangestellten Mitarbeiter einstellen möchte. Ihre Rolle endet jedoch, sobald ein Kandidat von ihrem Kunden entweder eingestellt oder abgelehnt wird.
Auch das Geschäftsmodell der beiden Dienste unterscheidet sich:
Personalvermittler – erhalten eine feste Vergütung (aufgeteilt in Raten, die gezahlt werden, sobald ein Kandidat einen Arbeitsvertrag unterzeichnet hat und nach einer vereinbarten Zeit in der Position, häufig nach Ablauf der Probezeit), die in der Regel 1–3 Monatsgehältern entspricht.
Personalvermittlungsagenturen erhalten ihrerseits vom Endkunden einen vereinbarten Stunden-, Tages- oder Monatssatz. Im Tagesgeschäft arbeiten die von einer Personalvermittlungsagentur bereitgestellten Fachkräfte an Aufgaben und Projekten, die ihnen vom Endkunden zugewiesen werden – ähnlich wie es ein festangestellter Mitarbeiter tun würde. Ihr Arbeits- oder Freiberuflervertrag besteht jedoch mit der Personalvermittlungsagentur, die für ihre Bezahlung verantwortlich ist. Die Personalvermittlungsagentur stellt dem Endkunden eine Rechnung aus.
Personalbeschaffung vs. Outsourcing – worin besteht der Unterschied?
Ein Personaldienst unterscheidet sich zudem von einem Outsourcing- Dienst. Outsourcing-Partner bieten einen verwalteten Dienst an und nicht nur Fachkräfte, für deren Verwaltung der Endkunde dann selbst verantwortlich ist, wie es bei Personaldienstleistungen der Fall ist – daher auch der Begriff „Body Leasing“.
Beim Outsourcing können je nach den Bedürfnissen des Endkunden und dem Geschäftsmodell des Anbieters umfassendere oder reduziertere Management- und Personalaufgaben zum Tragen kommen. In der Regel ist jedoch ein gewisses Maß an Management beteiligt, und der Outsourcing-Partner trägt eine gewisse Verantwortung für die Sicherstellung der Qualität der von den bereitgestellten Fachkräften erbrachten Leistungen. Bei der Personalvermittlung beschränkt sich die Verantwortung des Anbieters in der Regel auf die Personalbeschaffung, die Gehaltsabrechnung und andere begrenzte Personalaufgaben.
Wann und warum treffen Unternehmen die strategische Entscheidung, auf Zeitarbeitskräfte zurückzugreifen?
Personalvermittlungsdienste können und werden genutzt, um nahezu jede denkbare berufliche Position zu besetzen. Einige Positionen und Umstände eignen sich jedoch besonders gut für eine Personalvermittlungslösung. Zu den häufigsten Positionen, für deren Besetzung man sich auf Personalvermittlungsagenturen verlässt, gehören:
- Softwareentwicklung und IT-Infrastruktur
- Sicherheit und Ordnungsdienst
- Gastronomie und Veranstaltungen
- Reinigung und Wartung
- Sekretärinnen und Assistentinnen
- Bauwesen
- Landwirtschaft
Personalagenturen werden vor allem für die Besetzung von Stellen herangezogen, die vorübergehender Natur sind. Im Extremfall handelt es sich dabei um Stellen, die nur für einige Stunden bis zu wenigen Tagen besetzt werden müssen, beispielsweise bei Veranstaltungen wie Konzerten, Festivals, Sportveranstaltungen, Konferenzen und Cocktailpartys.
Zeitarbeit ist zudem eine beliebte Lösung zur Besetzung saisonaler Stellen, beispielsweise in der Tourismusbranche und in der Landwirtschaft. Oder zur Vertretung von Festangestellten, von denen erwartet wird, dass sie an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, beispielsweise nach Mutterschaftsurlaub, Krankheit oder Verletzung.
Auch Tätigkeiten, die von Projektzyklen abhängig sind, wie beispielsweise im Bauwesen und in der Softwareentwicklung, eignen sich hervorragend für Personallösungen. Während der Umsetzungsphase eines digitalen oder physischen Projekts werden viele Arbeitskräfte benötigt, nach dessen Fertigstellung jedoch nicht mehr. Oder es werden weitaus weniger Arbeitskräfte für die Wartung oder Weiterentwicklung benötigt, sobald das Produkt bereits in Betrieb ist.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Inanspruchnahme von Personaldienstleistungen durch Drittanbieter für Unternehmen sinnvoll ist, die zusätzliche Arbeitskräfte oder fachliche Expertise benötigen, sich jedoch nicht auf die Einstellung von Vollzeitmitarbeitern festlegen wollen oder müssen bzw. denen die internen Ressourcen und das Fachwissen fehlen, um befristete Mitarbeiter direkt einzustellen.
Personalvermittlung ist eine gute Wahl, wenn:
- Sie müssen befristete Stellen besetzen.
- Sie müssen Stellen besetzen, möchten sich aber lieber strategische Flexibilität bewahren und sich nicht auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag festlegen.
- Buchhalterische Vorteile – es kann vorteilhaft sein, bestimmte Personalkosten als variable Dienstleistungskosten zu verbuchen, anstatt sie als Arbeitsverträge in der Buchhaltung zu erfassen.
- Ihnen fehlen die erforderlichen Ressourcen für die Personalbeschaffung im eigenen Haus.
- Sie würden es vorziehen, die Personalkosten in Form einer Provision auf die regulären Rechnungen eines Outstaffing-Partners zu integrieren, anstatt höhere einmalige Gebühren an Personalvermittler zu zahlen.
- Sie möchten die volle Kontrolle über die besetzten Stellen haben und benötigen kein zusätzliches Liefer- oder Projektmanagement – sondern lediglich qualifiziertes Personal.
- Sie möchten den Verwaltungsaufwand im Bereich der Lohn- und Gehaltsabrechnung minimieren oder international Mitarbeiter aus Regionen einstellen, in denen Ihnen die entsprechenden Kapazitäten fehlen.
Die Personalausstattung ist für Sie möglicherweise nicht optimal, wenn:
- Die Aufgaben, die von den zu besetzenden Rollen wahrgenommen werden sollen, sind langfristig angelegt und von strategischer Bedeutung für Ihr Unternehmen.
- Sie lagern einen gesamten Geschäftsprozess aus, der auch verwaltet werden muss. Ein Outsourcing-Modell könnte in diesem Fall besser geeignet sein.
- Es gibt regulatorische oder sicherheitsrelevante Gründe, warum bestimmte Funktionen und Prozesse sensibel sind und von festangestellten Mitarbeitern ausgeführt werden sollten.
Die Personalvermittlung/Personalüberlassung ist ein wachsender Sektor
Die drei Trends – Flexibilität als strategische Priorität, projektbezogene Personalbeschaffung sowie international verteilte Remote-Teams, insbesondere für IT-Positionen – haben das starke Wachstum der Personalvermittlungsbranche weltweit gleichermaßen vorangetrieben. Die Covid-19-Pandemie hat diese Trends deutlich beeinflusst, wie die weltweite Umsatzwachstumsrate von 20,5 % zwischen 2019 und 2021 zeigt, wobei das von Lockdowns geprägte Jahr 2020 unberücksichtigt bleibt.
Weltweiter Umsatz der Personalvermittlungsbranche von 2008 bis 2020 mit einer Prognose für 2021 und 2022 (in Milliarden US-Dollar)

Quelle: Statista
Das geschätzte Umsatzwachstum der Branche im Jahresvergleich zwischen 2021 und 2022 hat mit einem Anstieg um 9 % von 599 Milliarden US-Dollar auf 653 Milliarden US-Dollar weiterhin eine starke Dynamik gezeigt. Die zunehmende Beliebtheit von Personallösungen für gut bezahlte Stellen in der Softwareentwicklung und anderen IT-Fachbereichen ist ein weiterer Faktor, der das weltweite Wertwachstum der Personalvermittlungsbranche beeinflusst.
K&C – Personalvermittlungsagentur für IT-Fachkräfte im Nearshore-Bereich
Bei K&C bieten wir eine Reihe von Kooperationsmodellen für das IT-Outsourcing an, die von einer reduzierten Personalbereitstellung über Body-Leasing und Teamverstärkung bis hin zum vollständigen Projektmanagement von Softwareentwicklungsprojekten auf Unternehmensebene reichen.

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