IT-Outsourcing in Armenien

Zielland Armenien – Kosten, Kultur, Steuern, Reisen und alles, was sie wissen sollten, wenn sie das IT-Outsourcing von Softwareentwicklung und IT-Funktionen ins Outsourcing-Land des Mittleren Ostens planen.

IT OutsourcingUPDATED ON Dezember 3, 2021

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Die wohl häufigste Antwort auf die Vorstellung vom IT-Outsourcing im wenig bekannten Armenien ist „Armenien?

Polen, die Ukraine, Rumänien, Bulgarien, Serbien und in letzter Zeit sogar das geheimnisvolle Weißrussland sind zu vertrauten Nearshore-IT-Outsourcing-Zielen für Unternehmen aus Hochlohnländern Europas geworden. Osteuropas lange Tradition der Mathematik hat die Region zu einem fruchtbaren Nährboden für Softwareentwickler und andere IT-Experten werden lassen. Zudem ist die Region ein beliebter Rekrutierungsmarkt für weiter westlich gelegene Nachbarländer, die mit einer Kombination aus horrenden Kosten im eigenen Land und – immer häufiger – einem Mangel an verfügbaren Fachkräften auf dem heimischen Arbeitsmarkt zu kämpfen haben.

Osteuropa bietet nicht nur einen renommierten Talentpool, aus dem IT-Outsourcer angeln können, und vergleichsweise niedrigere Kosten – Gehaltseinsparungen, niedrigere Büromieten und andere Gemeinkosten sowie oft sehr attraktive Steuerregelungen. Die Region profitiert auch von der geografischen Nähe zu Westeuropa und der damit einhergehenden Kompatibilität der Zeitzonen, dem EU-Mitgliedschaftsstatus von Ländern wie Polen und Rumänien (potenziell wichtig für die Einhaltung der Datenschutzgrundverordnung) und allgemein guten Englischkenntnissen.

Da die Nachfrage nach Softwareentwicklern und anderen IT-Spezialisten – von DevOps-Ingenieuren bis hin zu QA-Ingenieuren und Softwaretestern – in den bestehenden IT-Outsourcing-Destinationen mittlerweile an ihre Grenzen stößt, wurde das Netz kürzlich weiter ausgeweitet. Armenien ist wohl der hellste der neuen Edelsteine, die dabei entdeckt wurden.

Armenien liegt in der Kaukasusregion zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer, zwischen Europa und Asien, und ist wie die Länder Osteuropas eine ehemalige Sowjetrepublik. Wie in den osteuropäischen Ländern, aus denen wir uns an die Zusammenarbeit mit IT-Fachleuten gewöhnt haben, ist auch das armenische Bildungssystem historisch stark auf Mathematik ausgerichtet. Dies hat in den letzten Jahren zu einer ähnlichen Konzentration von Softwareingenieuren geführt.

Wie in den vergangenen Jahren in Polen und der Ukraine und in jüngster Zeit in Weißrussland führt die Erwähnung Armeniens als potenzielles Zielland für IT-Outsourcing oft zu einer gewissen Beklemmung, gefolgt von einer Flut von Fragen. Können armenische Entwickler uns vor Ort besuchen? Wie lange dauert die Reise nach und von Jerewan? Sind armenische Entwickler überhaupt gut? Sprechen sie Englisch? Wie hoch sind die Steuern?

In diesem Artikel beantworten wir möglichst viele der häufig gestellten Fragen rund um das IT-Outsourcing in Armenien, das Land selbst und geben sogar ein paar wissenswerte Informationen weiter, damit Sie Ihre Kollegen vor Ort beeindrucken können, wenn Sie mit einem der extrem qualifizierten IT-Experten des Landes zusammenarbeiten.

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Armenien – Geografie und Bevölkerung

Population

3,0 Millionen

Landesfläche

29.743 km²

Grenzen

Aserbaidschan, Georgien, Türkei, Iran

Zeitzone

Die Zeitzone, in der sich Armenien befindet, ist die UTC +04:00 oder auch AMT (armenische Zeit) genannt. Die UTC steht für „Coordinated Universal Time (UTC)“, zu Deutsch „Koordinierte Weltzeit“ welche sich durch Länder des äußersten Westens wie beispielsweise Großbritannien oder Portugal erstreckt.

Mitteleuropäische Zeit ist UTC +01:00 (oder Mitteleuropäische Zeit (MEZ)), was bedeutet, dass die armenische Zeit (AMT/UTC +04:00) der Zeit von Ländern wie Deutschland, Frankreich und Italien drei Stunden voraus ist. Sie ist auch zwei Stunden vor der Ukraine oder Bulgarien und eine Stunde vor Weißrussland/Belarus und Westrussland.

Armenische Großstädte nach Bevölkerung

Betrachtet man die Verteilung der Bevölkerung Armeniens, so wird schnell klar, dass sich fast alles in der Hauptstadt des Landes abspielt. In dem Land mit 3,0 Millionen Einwohnern leben allein in der Hauptstadt Jerewan (manchmal auch Erevan geschrieben) fast 1,1 Millionen Menschen. Sie ist die mit Abstand größte Stadt des Landes, in der fast zehnmal so viele Menschen leben wie in der zweitgrößten Stadt Gjumri mit etwas mehr als 100.000 Einwohnern.

Die anderen bedeutenden armenischen Städte, gemessen an der Einwohnerzahl, sind: Wanadsor (80.000), Wagharschapat (50.000), Abowjan (45.000). Es fällt auf, dass alle größeren Städte in Armenien, mit Ausnahme von Jerewan, in den letzten zehn Jahren einen Bevölkerungsverlust erlitten haben, der teilweise auf die Abwanderung aus Armenien und teilweise auf die Abwanderung in die Hauptstadt zurückzuführen ist.

Ethnische Gruppen

Es ist etwas schwierig, gute Daten über die ethnische Zugehörigkeit der in Armenien lebenden Menschen zu finden. Nach der letzten Volkszählung bezeichnen sich jedoch nur weniger als drei Prozent der Bevölkerung nicht als Armenier. Die größte Minderheit mit einigen Zehntausend Menschen sind die Jesiden, gefolgt von den Assyrern, Ukrainern und Griechen sowie einer sehr geringen Anzahl anderer Minderheiten.

Religion

Die vorherrschende Religion in Armenien ist die Armenische Apostolische Kirche. Über 90 % der armenischen Bevölkerung gehören dieser Kirche an, die auch von der Regierung unterstützt wird. Die christliche armenisch-apostolische Kirche ist eine alte Nationalkirche, ebenso wie ihr Glaube als ein nationaler Glaube gilt. Dementsprechend kritisieren einige Bürger andere Religionsanhänger, die z.T. als illoyal gegenüber dem nationalen Glauben wahrgenommen werden. Andere Religionsanhänger sind: Protestanten (1,0%), jesidischen Glauben (0,8%) und andere (Sunniten, Katholiken, Zeugen Jehovas, sonstige).

Politik

Das politische Klima in Armenien hat in der Vergangenheit nicht die Stabilität der meisten westeuropäischen Länder erreicht. Nichtsdestotrotz ist es ein Land, das einen starken Willen zur politischen und wirtschaftlichen Entwicklung zeigt. So wurde Armenien Anfang der 2000er Jahre Mitglied des Europarats und verpflichtete sich fortan zur Förderung und Verteidigung von Menschenrechten und Demokratie.

Allerdings gibt es immer noch Probleme in dem Land. Die international tätige Nichtregierungsorganisation „Reporter ohne Grenzen“ sieht „erkennbare Probleme“ mit der Pressefreiheit in Armenien. Armenien ist politisch nicht so stabil wie Länder in West- und Mitteleuropa, aber im Vergleich zur umgebenden Kaukasus-Region schlägt es sich gar nicht so schlecht.

Der von der US-Denkfabrik Fund of Peace herausgegebene Fragile State Index analysiert die politische, wirtschaftliche und soziale Stabilität bzw. Fragilität und damit die Verwundbarkeit von Staaten und fasst sie in einer Rangliste zusammen. Armenien liegt vor all seinen Nachbarstaaten und gleichauf mit der Ukraine und ähnlich wie Weißrussland, die beide bereits als beliebte IT-Outsourcing-Länder bei vielen westeuropäischen Unternehmen gelten.

Sprache

In Armenien werden insgesamt zwölf Sprachen gesprochen, die sich in vier verschiedene Sprachfamilien unterteilen lassen. Die Amtssprache Armeniens ist jedoch Armenisch, das von etwa 95 % der Bevölkerung gesprochen wird, wobei es sich um den ostarmenischen Standarddialekt handelt.

Russisch ist die bei weitem meistgesprochene Fremdsprache in Armenien. Nach Angaben des russischen Außenministeriums aus dem Jahr 2010 sprechen etwa 70 % der armenischen Bevölkerung Russisch, obwohl der Einfluss dieser Sprache seit der Unabhängigkeit im Jahr 1991 deutlich zurückgegangen ist. Weitere wichtige Sprachen des Landes sind die Turksprache Aserbaidschanisch und das nordwestiranische Kurmandschi, die von etwa 160.000 bzw. 42.000 Menschen gesprochen werden.

Armenisch ist die Unterrichtssprache in Schulen und Universitäten, aber es gibt einen Trend von Russisch zu Englisch als erste Fremdsprache, obwohl das allgemeine Niveau der Englischkenntnisse sehr gemischt ist. In der gebildeten jüngeren Generation sind die Englischkenntnisse jedoch in der Regel hoch und mindestens auf dem gleichen Niveau wie in der Ukraine, Polen usw.

Armenien – Wie ist der kulturelle Unterschied zu Westeuropa?

Aufgrund seiner geografischen Lage könnte man annehmen, dass Armenien kulturell mehr mit dem Nahen Osten als mit Westeuropa gemein hat. Die Mentalität der Menschen, die im heutigen Armenien leben (was nicht unbedingt auf die Armenier in der heutigen Türkei oder anderswo zutrifft), ist jedoch oft eher osteuropäisch, was auf die historisch enge Beziehung zu Russland und vielen anderen osteuropäischen Ländern zurückzuführen ist, als Armenien noch Teil der Sowjetunion war.

Als Armenische Sozialistische Sowjetrepublik war Armenien bis zu seiner Unabhängigkeit im Jahr 1991 ein wichtiger Teil der Sowjetunion, was seine Mentalität in Richtung Osteuropa geprägt hat. Darüber hinaus hat das christliche Erbe des Landes, das als ältester christlicher Staat gilt, kulturgeschichtliche Beziehungen zu Europa geschaffen. Die Architektur erinnert vielerorts stark an die vieler osteuropäischer Länder als auch an die russische Sprache, die im Land noch weit verbreitet ist.

Aber auch historische orientalische Einflüsse, die sich vor allem im Essen oder in der Handwerkskunst widerspiegeln, sind deutlich sichtbar.

Geschäftlich aus / nach Armenien

Der Trend zur Remote-Arbeit in der IT- und Softwarebranche hat sich stark beschleunigt, insbesondere nach dem Ausbruch der Covid 19-Pandemie. Infolgedessen konnten sich viele Teams nur noch online treffen, unabhängig von ihrem Standort. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Teams in der Regel aus der gleichen Stadt kamen oder international verstreut waren. Während der Corona-Periode war die Remote-Arbeit für alle eine Realität

Unter normalen Umständen waren regelmäßige physische Teambesprechungen für viele Entwicklungsteams eine notwendige Maßnahme. Die letzten Monate haben jedoch gezeigt, dass zumindest für eine gewisse Zeit physische Treffen für eine erfolgreiche Projektdurchführung nicht immer notwendig sind, sofern ein solider organisatorischer Rahmen für die Remote-Arbeit vorhanden ist

Da die armenische Grenze für Reisende aus den meisten europäischen Ländern geöffnet ist, sind physische Treffen jedoch wieder möglich, und Geschäftsbeziehungen können persönlich aufgefrischt werden. Armenien ist aufgrund der Geografischen Lage nicht so einfach zu erreichen wie viele beliebte Outsourcing Staaten aus Osteuropa. Das könnte jedoch auch eine Chance für Unternehmen sein, die sich in einem noch recht unbekannten Markt für IT-Fachkräfte etablieren wollen.

Wie lange dauert die Reise nach Armenien von europäischen Großstädten?

Armenien mag Ihnen etwas weiter weg erscheinen, wenn Sie an den europäischen Luxus einer sehr vielfältigen Mischung von Ländern auf relativ kleinem Raum gewöhnt sind. Die Reisemöglichkeiten sind je nach Saison unterschiedlich, aber es gibt Direktflüge von und nach Jerewan (Armenien), von den meisten großen europäischen Flughäfen. Hier sind einige direkte Flugverbindungen mit Reisezeiten:

Vilnius – Jerewan ~ 3:25 h

Wien – Jerewan ~ 3:50 h

Rom – Jerewan ~ 4:10 h

Frankfurt – Jerewan ~ 4:25 h

Brüssel – Jerewan ~ 4:55 h

Paris – Jerewan ~ 5:30 h

Flugverbindungen zu anderen Großstädten wie Berlin, London oder skandinavischen Städten sind in der Regel nur mit Zwischenstopps über die oben genannten Städte oder geografisch näher gelegene Staaten wie Zypern, Griechenland, die Ukraine oder Russland möglich, wodurch sich die Reisezeit oft auf mehr als 6 Stunden ausdehnt.

Wie viel kostet es, um von den wichtigsten europäischen Stadten nach Armenien zu reisen?

Armenien ist weder mit dem Zug noch mit dem Auto bequem zu erreichen. Daher ist der Flug die einzige praktische Alternative. Die Reisekosten für Flüge von und nach Armenien sind je nach Abflugort, Reisezeit und Komfort sehr unterschiedlich. So kann beispielsweise ein Flug mit Zwischenstopp von London über Wien nach Jerewan um ein Vielfaches teurer sein als ein Direktflug von Vilnius oder Zypern. Als Richtwert kann man jedoch davon ausgehen, dass die Kosten für ein Hin- und Rückflugticket, das 2 bis 4 Wochen im Voraus gebucht wird, zwischen 400 € und 800 € liegen.

Brauchen EU, EWR oder GB-Staatsbürger ein Visum für die Einreise nach Armenien?

Die Einreise nach Armenien ist für alle Staatsangehörigen der EU-Mitgliedstaaten und aller Länder, die Teil des Schengener Abkommens sind (darunter die Schweiz, Norwegen und Island), visumfrei. Dies wurde am 10. Januar 2013 beschlossen und ermöglicht einen visafreien Aufenthalt von 180 Tagen pro Jahr in der Republik Armenien. Nicht nur EU- und Schengen-Länder sind von dieser Regelung betroffen. Die armenische Botschaft hat eine Liste aller Staaten veröffentlicht, für die eine solche Visumfreiheit gilt. Dazu gehören Länder wie Großbritannien, aber auch Japan, Australien, die USA und weitere Länder.

Wie sind die Einreisebestimmungen für armenische IT-Fachkräfte in EU-Ländern sowie Großbritannien, Norwegen oder der Schweiz?

Armenische Staatsbürger können nicht ohne Visum in EU-Länder, Großbritannien, die Schweiz, Norwegen oder Island einreisen. Armenische Entwickler und IT-Fachleute müssen ein nationales Visum beantragen, bevor sie Kunden oder Arbeitgeber in Westeuropa einen Besuch abstatten können.

In der Regel unterscheiden sich die zu beantragenden Visa und die damit verbundenen Visabestimmungen je nach Motiv und Aufenthaltsdauer der armenischen IT-Fachkräfte. Das Visum, das für die Einreise in alle oben genannten Länder ausreicht, ist das bekannte Schengen-Visum, das Armenier die Einreise in alle Staaten des Schengen-Raums für bis zu 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen ermöglicht.

Die digitale Wirtschaft in Armenien – FAQ

Armenien hat wie viele ehemalige Sowjet Ländern eine technisch, mathematisch Schwerpunktlastige Geschichte. Der Binnenstaat im Kaukasus war als es noch Teil der Sowjetunion war einer der wichtigsten Standorte zur Entwicklung von elektronischen Bauteilen für beispielsweise der sowjetischen Raumfahrt oder anderen Robotern. Neben der Chemie- und Schuhindustrie war die Informatik der wichtigste Industriezweig in der ehemaligen Unionsrepublik als Bestandteil der Sowjetunion. So veröffentlichte die CIA im Jahr 2017 Dokumente, die zeigen, dass die erste sowjetische Atombombe in Armenien entwickelt wurde.

Die IT-Kultur und das damit verbundene Fachwissen sind in den postsowjetischen Jahren aufgrund von Abwanderung und veränderten Prioritäten, sei es die Unabhängigkeit oder die Infrastruktur des Landes, verloren gegangen. Bis die Begeisterung für die IT-Branche in den 2000er Jahren zurückkehrte. Im Jahr 2008 stellte die Regierung einen Zehnjahresplan vor, um das digitale Ökosystem in Bezug auf Infrastruktur, Finanzierung und aussichtsreiche Bildungsreinrichtungen für einen zukunftssicheren IT-Sektor auszubauen. Ziel ist es, den Technologiesektor als grundlegenden Teil der Volkswirtschaft aufzubauen.

So entstanden bereits erste sehr Erfolgreiche Start-Ups die in Armenien gegründet oder von Armeniern im Ausland gegründet wurden. Ein Beispiel ist das KI-Unternehmen „Krisp Technologies, Inc.“ welches 2017 von zwei „Yerevan State University“ Absolventen gegründet wurde und beispielweise in der „Forbes AI 50 2020“ oder dem „TIME Best 100 Inventions 2020“ aufgeführt wurde. Auch etablierte internationale Unternehmen erkennen das Potenzial des kleinen Kaukasusstaats. So sind Großunternehmen wie Microsoft, Oracle, Cisco oder Synopsys auf unterschiedlicher Weise in Armenien aktiv.

Gibt es viele IT-Fachkräfte in Armenien?

Seit den 2000er Jahren priorisiert die Regierung den IT-Sektor im Land und dementsprechend wurden Steuervorteile für IT-Unternehmen eingeführt, die nicht nur Ausländische Investments, sondern auch den Bau von IT-Carpusse befeuern sollten. Mittlerweile arbeiten mehr als 22.000 Menschen in der IT-Industrie, von denen knapp 74% Softwareentwickler sind, dessen Quote deutlich höher ist als bei anderen IT-Outsourcing Standorten wie die Ukraine (58%) oder Belarus (40%).

Für eine zukunftssichere IT-Branche ist die Ausbildung neuer IT-Fachkräfte sehr wichtig. In Armenien sind die Aussichten gut, jedes Jahr beginnen rund 7000 Schüler ein IT ähnliches Studienfach an einer armenischen Hochschule an. Dazu kommen jährlich viele weitere IT-Fachleute die durch das Selbststudium, professionellen Kursen oder Technologiezentren in den IT-Sektor einsteigen. Es ist außerdem hervorzuheben das Frauen einen sehr großen Teil der IT-Experten ausmacht. Die armenische IT-Community besteht aus etwa 30% Frauen, und das in einer Branche in den Frauen global nur selten über 20% ausmachen.

 

Quelle: itis.am

Wie gut sind armenische IT-Fachkräfte?

Armenien hat einen eher mittelmäßigen Ruf was das Bildungssystem angeht, hat aber wie die meisten ehemaligen Sowjetstaaten eine lange Vergangenheit in der Mathematik, was dem wachsenden IT-Sektor zugutekommt. Das Schulsystem funktioniert gut und ist kostenlos, wozu es eine Schulpflicht von 9 Jahren gibt. Die Analphabetenrate ist sehr gering und liegt bei 1%, wobei sie bei Jugendlichen bei nur 0,2% liegt.  Armenien ist bereits seit 2005 Mitglied des „Bologna Process – the European Higher Education Area“ welches das Bildungsniveau an den Universitäten europaweit vergleichbar machen soll.

Internet: Wie ist die IT-Infrastruktur in Armenien?

Die digitale Infrastruktur ist ein wichtiger Bestandteil der digitalen Wirtschaft, die in hohem Maße von ihr abhängig ist. Armenien verfügt nicht über die Infrastruktur, die man in entwickelten Volkswirtschaften gewohnt ist, daher ist auch das landesweite Internet im europäischen Vergleich unterdurchschnittlich. Die Internetgeschwindigkeiten in Jerewan sind jedoch ausreichend. Broadbandspeedchecker.co.uk schätzt die durchschnittliche Download-Geschwindigkeit in Jerewan auf 19,08 Mb/s und die Upload-Geschwindigkeit auf 17,55 Mb/s welche zumindest im Upload auf dem Niveau deutscher Großstädte mithalten kann.

Die mittlere und durchschnittliche Internetgeschwindigkeit des Landes ist jedoch für die meisten Unternehmen nicht wichtig. Praktisch alle IT-Unternehmen und IT-Fachkräfte befinden sich in der Hauptstadt Jerewan.

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Geschäftlich in Armenien: Gehälter, Gemeinkosten und Steuern in Armenien – FAQ

Armenien ist für viele Europäer ein eher unbeschriebenes Blatt, aber das sollte Sie nicht abschrecken. Es wäre auch naiv, die armenische Wirtschaft, Politik und das Justizwesen mit entwickelten Volkswirtschaften zu vergleichen, dennoch gibt es auch hier Vor- und Nachteile.

Wäre Armenien ein so entwickeltes Land wie die Länder, aus denen die meisten Unternehmen, die als IT-Outsourcing-Kunden sind, stammen, dann wäre Armenien kein attraktives Zielland für IT-Outsourcing. Schwellenländer wie Armenien, die Ukraine oder Weißrussland haben oft attraktive Steuersysteme für Unternehmen, um beispielsweise ausländische Investitionen und Unternehmen anzuziehen. Dazu kommt eine in der Regel niedrigere Einkommenssteuer, die die Bruttolohnkosten senkt, ohne sich auf das Nettoeinkommen der Mitarbeit und Auftragnehmer auszuwirken.

Im Folgenden finden Sie einige häufig gestellte Fragen zu Gehaltskosten, Steuern und Gemeinkosten in Armenien.

Wie viel kosten Softwareentwickler und andere IT-Fachkräfte in Armenien?

Der Bedarf an Softwareentwicklern und IT-Experten ist überall groß. Vor allem in Westeuropa scheint es jedoch einen großen Mangel an IT-Fachkräften zu geben. Allein in Deutschland sind zum Beispiel Zehntausende von IT-Stellen unbesetzt, so dass einige Unternehmen gezwungen sind, IT-Aufgaben auszulagern.

Aufgrund der Notlage, die durch Covid-19 in den meisten europäischen Ländern entstanden ist, hat die Bereitschaft vieler Unternehmen zugenommen, Remote-Mitarbeiter aus dem Ausland einzustellen. Dies hat zwangsläufig dazu geführt, dass die Gehälter von Softwareentwicklern weltweit vergleichbarer geworden sind, wovon vor allem Berufserfahrene Fachkräfte profitiert haben.

Osteuropäische Länder, die einst als IT-Outsourcing-Geheimtipp galten, sind heute für viele Unternehmen fester Bestandteil des Geschäftsmodells, und die dort ansässigen Entwickler verdienen dementsprechend deutlich mehr als noch vor einigen Jahren. Der Markt für IT-Fachkräfte ist überall knapp, so dass die Unternehmen abenteuerlustiger und innovativer werden mussten, um den stark steigenden Lohnkosten entgegenzuwirken.

Armenien ist für viele Unternehmen nicht unbedingt das erste Land, das ihnen in den Sinn kommt, wenn es um IT-Outsourcing geht. Doch das Potenzial ist groß. Die Entwickler sind hoch qualifiziert, der Fachkräftemarkt ist angemessen groß, und die Gehälter sind noch relativ niedrig.

Armenische Softwareentwickler verdienen in der Regel zwischen 20-50% weniger als vergleichbare Entwickler aus Deutschland, England oder Frankreich. Wie groß die Einsparungen sind, hängt von den technischen Fähigkeiten und von der Berufserfahrung eines Entwicklers ab. So ist beispielsweise der Unterschied zwischen vergleichbaren Senior-Softwareentwicklern nicht so groß wie der zwischen zwei Mid-Level- oder Junior-Entwicklern.

Wie überall steigen auch in Armenien die Gehälter in der IT- und Softwarebranche sehr schnell. Dennoch ist eine Einsparung von etwa 20 bis 30 % der absoluten Entwicklungskosten durchaus realistisch. Bei großen Unternehmensprojekten macht das einen gewaltigen Unterschied im Budget aus. Selbst bei kleinen Entwicklungsprojekten kann sich dies positiv aufs Budget auswirken.

Diese Angaben basieren auf eigene Rekrutierungserfahrungen und können je nach Position stark variieren.

Wie lange dauert der Rekrutierungsprozess für Softwareentwickler und andere IT-Fachkräfte in Armenien?

Der Einstellungsprozess und die durchschnittliche Zeit, die für die Einstellung von Fachkräften benötigt wird, ist für Softwareentwicklungsprojekte oft von Bedeutung. Der Glassdoor-Bericht zur Personalbeschaffung aus dem Jahr 2015 besagt, dass es etwa 35 Tage dauert, einen Softwareentwickler einzustellen. Eine ähnliche Vorhersage wird auch von anderen Organisationen veröffentlicht und könnte im Jahr 2015 richtig gewesen sein.

Im Jahr 2021 ist die Situation anders, und 35 Tage sind für einen durchschnittlichen Einstellungszyklus zu optimistisch. IT-Fachkräfte sind Mangelware, und Kündigungsfristen von mehreren Wochen bis hin zu zwei bis drei Monaten sind ebenfalls keine Seltenheit.

Unternehmen, die IT-Projekte in einem engen Zeitrahmen umsetzen müssen, sollten daher frühzeitig mit der Rekrutierung geeigneter IT-Fachkräfte beginnen. IT-Outsourcing-Unternehmen können den Rekrutierungsprozess in der Regel deutlich verkürzen.

Einkommensteuer in Armenien: Rechnung von Brutto zu Netto für IT-Fachkräfte

Die Einkommensteuer in Armenien ist im Gegensatz zu vielen Westeuropäischen Ländern wie Deutschland oder Frankreich linear. Somit bleibt die prozentuale Einkommensteuer unabhängig ob Spitzenverdiener oder Geringverdiener der gleiche. Es macht jedoch einen unterschied in welcher Form das Einkommen erzielt wird, so wird beispielsweise das Einkommen aus Dividenden oder Immobilien anders versteuert (5% – 20%) als das Einkommen aus gewöhnlichen Festeinstellungen. IT-Fachkräfte müssen Stand 2021 eine lineare Einkommensteuer von 22% zahlen, wobei sich dieser schrittweise wie folgt auf 20% senkt.

  • Ab 1. Januar 2020: 23%
  • Ab 1. Januar 2021: 22%
  • Ab 1. Januar 2022: 21%
  • Ab 1. Januar 2023: 20%

Nachfolgend ein Beispiel mit einem Bruttogehalt von AMD 33.150.000 (armenische Dram), was zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts etwa 60.000 € entspricht. Demnach beträgt das Nettoeinkommen von ursprünglich AMD 33.150 nach der in 2021 geltenden Einkommensteuer von 22% immer noch AMD 25.857.000 (46.800 €) was logischerweise 78% des Bruttoeinkommens entspricht.

Es ist jedoch zu beachten das bei einem solchem Einkommen von mehr als AMD 500.000 ein 10% Rentenbeitrag (minus AMD 37.000, weil die ersten AMD 500.000 anders bemessen werden) des Bruttoeinkommens gezahlt werden muss. Somit liegt das eigentliche Nettoeinkommen bei AMD 22.579.000 (41.000 €), wobei die Differenz in die Rentenkasse des Betreffenden fließt.

Im Vergleich zu einer Person mit dem gleichen Bruttoeinkommen in der Ukraine (48.300€) sind das etwa 7.300€ weniger, im Vergleich zu einer Person mit dem gleichen Bruttoeinkommen in Polen (40.700 €) 300 € mehr und im Vergleich zu jemanden aus Deutschland (35.700€ mit Kirchensteuer) sogar 5.300€ mehr.

Wie hoch ist die Körperschaftsteuer in Armenien

Der Standardsatz der Körperschaftsteuer in Armenien beträgt 18 %. Sie müssen sich jedoch nur dann Gedanken darüber machen, wenn Sie Einkommen im Land erzielen oder es direkt von einer armenischen juristischen Person abrechnen lassen. Wenn Sie IT-Funktionen nach Armenien auslagern, haben Sie möglicherweise nur Ausgaben im Land oder keinen steuerpflichtigen Gewinn. Es sollte jedoch hinzugefügt werden, dass die Körperschaftsteuer für verschiedene Branchen sowie Unternehmensgrößen unterschiedlich sein kann und der Steuersatz je nach Einkommensart gestaffelt ist.

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Trivia – Eine Handvoll Fakten über Armenien

Nachdem wir die häufigsten Fragen zum IT-Outsourcing in Weißrussland beantwortet haben, hier noch einige interessante Fakten über Weißrussland. Damit können Sie Ihre Arbeitskollegen in der nächsten Kaffeepause, beim gemeinsamen Feierabendbier oder natürlich auch bei einem Glas Brandy (Armenischer Cognac) beeindrucken. 😊

Armenien – der älteste christliche Staat der Welt (Erzählung)

Ob die Bronzezeit, das Urartäische Reich Biainili oder Tigranes II. der Große, die Geschichte Armenien ist sehr spannend und reicht 3000 Jahre zurück. Eine dieser vielen historischen Erzählungen stammt aus der Zeit der Römisch-Persischen Kriege, als die Perser und Römer um Armenien kämpften. Die Römer unterstützen den armenischen König Trdat III, wobei das Reich später dennoch zerfiel.

Später um das Jahr 290 wurde König Trdat III wieder als König eingesetzt, bis er um das Jahr 301 vom heiligen Gregor nach Christus bekehrt wurde und daraufhin das Christentum als Staatsreligion einführte. Demnach ist Armenien der erste Staat der das Christentum als Staatsreligion eingeführt hat und somit der älteste christliche Staat der Welt.